Einflüsse tibetischen Wissens auf aktuelle westliche Heilsysteme

Tibetisches Wissen in der westlichen Medizin

Die Medizin des Westens ist fortschrittlich. Durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte gelingt es Ärzten, genaue Diagnosen zu stellen. Arzneimittelforscher entwickeln hochwirksame Medikamente, die Krankheiten kurieren und Leben retten. Chirurgen fügen den menschlichen Körper dort wieder zusammen, wo er defekt ist. Psychiater und Psychologen heilen nicht nur körperliche, sondern auch seelische Störungen. Mediziner auf der ganzen Welt haben das Ziel, Menschen zu heilen, indem sie Leben retten und verlängern. Dabei rückt der ganzheitliche Mensch immer mehr in den Fokus: Alternative Methoden funktionieren als eine Art Ergänzung zur Naturwissenschaft. Dazu zählen unter anderem die Anwendung pflanzlicher und mineralischer Medizin, Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation, Akupunktur sowie Akupressur. Auch Shingon Reiki eignet sich gut als Einstieg in das Gebiet der Heilung.

Tibetische Vielstoffgemische

Was das westliche Heilsystem ergänzt, stellt die Grundlage der östlichen Gesundheitslehre dar. In Tibet gilt eine Medizin, die rein auf die Naturwissenschaft ausgerichtet ist, lediglich als Teil einer ganzheitlichen Heilkunst. Diese strebt ein inneres Gleichgewicht der Energien im Körper an. Um es zu bewahren, verabreichen tibetische Ärzte sogenannte Vielstoffgemische. Jedes der 700 Präparate besteht aus bis zu 100 verschiedenen pflanzlichen und mineralischen Komponenten. Zusätzlich führt ein tibetanischer Arzt eine Pulsdiagnose durch und ergänzt diese gegebenenfalls durch Akupunktur, Akupressur und Massagen. Er gibt Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen.

Wissenschaftler haben die Wirkung einiger Vielstoffgemische bestätigt. Studien haben gezeigt, dass sie periphere arterielle Verschlusskrankheiten, schlecht verheilende Wunden, Bronchitis, Reizdarm sowie Verstopfung heilen können.

Dass Mediziner und Betroffene auf pflanzliche Arzneimittel zurückgreifen, ist im Westen nicht neu. Vor der Entwicklung der modernen Pharmaindustrie behandelten Ärzte Erkrankte bereits mit Kräutermischungen. Die Renaissance dieser Behandlungsmethode verdankt die westliche Medizin unter anderem dem Einfluss der fernöstlichen Heilkunst. Die Integrierung tibetischer Medizin in die westliche Arzneimittelwelt stellt demnach nicht nur eine Erneuerung dar, sondern gleichzeitig ein Anknüpfen an westliche Wurzeln.

Inzwischen gibt es Arzneimittelhersteller, die sich auf die Herstellung tibetischer Medikamente spezialisiert haben. So stellt die schweizerische Firma PADMA Arzneimittel her, die auf traditionellen tibetischen Rezepturen basieren. Die Herstellung erfolgt nach pharmazeutischen Richtlinien, sodass tibetische Ursprünge mit einer modernen Arzneimittellehre vereint werden.

Meditation

SeifenblaseIn der tibetischen Medizin spielen neben körperlichen Vorgängen vor allem die seelischen eine wichtige Rolle. Zur Medizin des Westens gehören seelische Therapien, die mit dem Studium der Psychologie einen naturwissenschaftlichen Ansatz haben. Dennoch raten Ärzte und Psychologen bei Stress, Burn-out-Syndrom, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit häufig zu Entspannungstechniken, die tibetischen Ursprungs sind.

Eine dieser Techniken ist die Meditation, die in der tibetischen Medizin tief verwurzelt ist. Ziel ist nicht nur Entspannung, sondern eine innere Motivation zu finden und so die eigene Genesung aktiv zu fördern. Ein Mensch, der an oben genannten Erkrankungen leidet, findet den Kontakt zu seinem eigenen Körper, indem er seinen Atem bewusst betrachtet. Häufig führt er anschließend eine Meditation zur Stressreduzierung durch. Meditieren, um Stress abzubauen, stellt eine an westliche Phänomene angepasste Ausübung tibetischer Heilkunst dar.

In der tibetischen Medizin soll durch die Mediation die Seele zur Ruhe kommen. Ein Meditierender trainiert sein Bewusstsein. Die Meditation funktioniert wie eine Reinigung des Geistes, bei der destruktive Denkmuster durch gesundheitsfördernde Zustände ersetzt werden. In der tibetischen Heilkunst balanciert Mediation die Energien in Körper und Seele aus, damit diese ungehindert fließen können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem ausgeglichenen Geist. Aus westlicher Sicht entsteht Entspannung als eine positive Nebenwirkung, die zum Stressabbau genutzt werden kann. Yoga unterstützt den Effekt der Meditation, in dem nicht nur der Geist, sondern auch der Körper entspannt wird.

Akupunktur und Akupressur

Vielstoffgemische befassen sich vorwiegend mit der Gesundheit des Körpers. Meditation strebt einen gesunden Geist an. Das Augenmerk bei Akupunktur und Akupressur liegt darauf, den Energiefluss in Körper und Seele gleichermaßen zu harmonisieren. Stiche (Akupunktur) oder Druck (Akupressur) an bestimmten Körperstellen gleichen einen gestörten Energiefluss aus. Studien belegen, dass die ursprünglich tibetischen Methoden bei Migräne und chronischen Rückenschmerzen wirksam sind. Auch zur Geburtsvorbereitung und Wehenerleichterung setzen Ärzte und Hebammen immer häufiger Akupunktur ein.

Mehr zum Thema

Einen Überblick über das Thema liefern Franz Reichles “Das Wissen vom Heilen” sowie der zugehörige Dokumentarfilm.
Die folgende Dokumentation zeigt das Heilen mithilfe von Reiki:

Auto Discovery Trackbacks

Comments are closed.